FRISCHEN SIE IHR WISSEN ÜBER EIN EINZIGARTIGES ELEMENT AUF.

GUT 70% DER ERDOBERFLÄCHE
SIND VON WASSER BEDECKT.
WIE VIEL WISSEN SIE
ÜBER WASSER?

Der Wasserenthärter

Was ist ein Wasserenthärter?

Ein Wasserenthärter, in der Fachsprache auch als Ionentauscher bezeichnet, ist ein System um die Wasserhärte zu reduzieren. Dabei werden die im Wasser gelösten Härtebildner (Calcium und Magnesium) gegen ein Enthärtersalz (Natrium) ausgetauscht.

Wo werden Wasserenthärter eingesetzt?

Wasserenthärter werden überall dort eingesetzt, wo eine hohe Wasserhärte störend oder schädigend für die wasserführenden Installationen oder Anwendungen ist. Dies ist z.B. einerseits in industriellen Anwendungen der Fall, wo chemisch weiches Wasser Voraussetzung für eine Vielzahl von Prozessen ist. Andererseits werden Wasserenthärter auch in Privathaushalten eingesetzt, um Rohrleitungen, Armaturen oder Haushaltsgeräte vor Schäden durch Kalk zu schützen. In Deutschland ist der Wasserenthärter die am häufigsten verwendete Technologie zur privaten Wasseraufbereitung.

Wie funktioniert ein Wasserenthärter?

Bei dem sogenannten Ionentauschverfahren durchströmt das zu enthärtende Wasser eine Kammer, die ein künstliches Kationenaustauscherharz enthält. Dieses Kunstharz wird regelmäßig mit Enthärtersalz (Natriumionen) versetzt. Kommt das zu enthärtende Wasser mit diesem Kunstharz in Kontakt, werden die im Wasser gelösten Härtebildner (Calcium- und Magnesiumionen) gegen die Natriumionen ausgetauscht. Sobald keine Natriumionen mehr vorhanden sind, muss das Austauscherharz neu mit diesen versetzt werden. Dabei werden die angesammelten Härtebildner von dem Austauscherharz gespült und anschließend mit neuen Natriumionen versetzt. Diesen Vorgang nennt man Regeneration.

Mit welchen Kosten und mit welchem Aufwand sind Wasserenthärter verbunden?

Wasserenthärter unterliegen strengen gesetzlichen Vorschriften und Normen. So müssen Wasserenthärter z.B. alle 6 Monate einer Fachwartung unterzogen werden, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten. Zusätzlich zu den Kosten für Wartung und mögliche Ersatzteile, kommt der ständige Bedarf an Enthärtersalz. Hierfür haben Wasserenthärter zwar einen relativ großen Vorratsbehälter, in welchen mehrere Kilogramm Salz passen. Jedoch muss dieses Salz mehrmals jährlich nachgekauft und nachgefüllt werden. Außerdem fällt eine nicht unerhebliche Menge an Spülwasser an, die benötigt wird um das Austauscherharz zu regenerieren und zu desinfizieren. Hierfür können selbst bei einem Einfamilienhaus mehrere hundert Liter pro Jahr anfallen. Zählt man die Kosten für Wartung, Ersatzteile, Betriebsmittel und Wasserverbrauch zusammen, so kommt man schnell auf laufende Kosten von mehreren hundert Euro pro Jahr für einen Einfamilienhaushalt.

Welche Auswirkungen haben Wasserenthärter auf das Trinkwasser und die Umwelt?

Ein Wasserenthärter verändert grundsätzlich immer die Wasserqualität dadurch, dass er die im Wasser gelösten Mineralien (Härtebildner) Calcium und Magnesium (teilweise) entfernt. Somit stehen diese Mineralien, die grundsätzlich gesund für den menschlichen Organismus sind, nicht mehr zur Verfügung. Gleichzeitig kommt es bei diesem Verfahren zu einem hohen Verbrauch an Enthärtersalz. Für ein Einfamilienhaus fallen in der Regel über 100kg Enthärtersalz pro Jahr an. Das Natrium, welches dadurch ins Wasser gelangt, ist nicht nur für den menschlichen Organsimus in hohen Mengen gesundheitsschädlich, sondern wirkt sich auch belastend auf die Umwelt aus. Bereits 1978 kam eine Arbeitsgruppe der WHO zu der Erkenntnis, dass der Natriumgehalt im Trinkwasser nach Möglichkeit minimiert werden sollte. Außerdem muss bereits bei der Installation eines Ionentauschers die Intensität der Wasserenthärtung empfindlich genau auf die Rohwasserhärte abgestimmt werden. Wird dem Wasser zu viel Härte entzogen, kommt es zu einem starken Abfall des pH-Wertes im Wasser. Dadurch kann das Wasser korrosiv wirken und langfristig Leitungen und Geräte beschädigen. Ein weiteres Risiko, das von Ionenaustauschern ausgeht, ist die mikrobiologische Belastung des Trinkwassers. Denn das Austauscherharz bietet eine wesentlich bessere Oberfläche für das Keimwachstum als es bei normalen Rohrleitungen der Fall ist. Dies ist auch der Grund, warum die meisten Wasserenthärtungsanlagen einen Abwasseranschluss benötigen: Um ein Mindestmaß an Hygiene sicherzustellen spült eine eingebaute Hygeienschaltung das Austauscherharz regelmäßig mit heißem Wasser. Werden Wasserenthärter zudem nicht regelmäßig und fachgerecht gewartet, kann sich das Risiko einer mikrobiologischen Belastung des Trinkwassers erhöhen. Wenig bekannt ist außerdem, dass z.B. wissenschaftliche Berichte im Bereich der Zahnmedizin empfehlen, auf den Einsatz von Wasserenthärtern in Zahnarztpraxen zu verzichten, da diese eine hohe Kontaminationsgefahr für das Trinkwasser aufweisen. Im Extremfall kann es durch den Betrieb eines Wasserenthärters zu einer völligen Ungenießbarkeit des Trinkwassers mit negativen Auswirkungen auf die Gesundheit kommen. Dies war z.B. 2015 in Österreich der Fall. Dort wurde das Leitungswasser durch eine Fehlfunktion des Wasserenthärters derart mikrobiologisch belastet, dass es vor der Nutzung abgekocht werden musste: http://kaernten.orf.at/news/stories/2691027/

Warum sind Wasserenthärter in privaten Haushalten in vielen Ländern der Erde bereits verboten?

Im Gegensatz zu Deutschland gibt es bereits zahlreiche Regionen auf der Erde, die die Verwendung von Ionenaustauschern auf Salzbasis in Privathaushalten verbieten. Dazu gehören beispielweise auch mehrere US Bundesstaaten. Umweltvorreiter wie z.B. Kalifornien haben erkannt, dass die gesundheitlichen Risiken und die Umweltbelastungen durch den hohen Salz- und Wasserverbrauch, die von einem Ionenaustauscher ausgehen, nicht im Sinne einer nachhaltigen Gebäudetechnik sind. Stattdessen fördern solche Staaten alternative Technologien zum Kalkschutz durch zahlreiche Förderprojekte im Bereich des nachhaltigen und ressourcenschonenden Bauens.

Gibt es alternative Technologien, die der Kunde wählen kann?

Die gute Nachricht ist, ja es gibt Alternativen zum klassischen Wasserenthärter - man muss sie nur kennen. Allerdings werden in Deutschland diese Technologien bisher weniger stark beworben, vertrieben oder durch konkrete Initiativen gefördert. Ein Grund zumindest aus Sicht der Hersteller und Händler, sich vornehmlich für Wasserenthärter einzusetzen, sind die insgesamt hohen Folgekosten eines Wasserenthärters und die daraus resultierenden Folgeumsätze. Alternative Produkt versuchen genau hier anzusetzen und basieren dabei auf unterschiedlichsten Technologieansätzen. Diese sind z.B.

  • Dosierung von Mono- und Polyphosphaten
  • Elektro-Physikalische Systeme
  • Hydrokatalyse (AQON Pure)
  • Alternative Trinkwasserbehandlung

In weiteren Artikeln in unserer Rubrik „Wissenswertes“ gehen wird detaillierter auf die einzelnen Technologien ein und beschreiben ihre Vor- und Nachteile.